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Das Hauptstudium
Diese Hauptstudiumsinformationen wurden uns freundlicherweise von Jan Koch zur Verfügung gestellt. Sie sind keine Vorgabe oder Handlungsanweisung, aber sie stellen einen möglichen Weg dar und sollen etwas Aufhellung in das "dunkle etwas" nach dem Grundstudium bringen und vor allem die am Anfang zahlreich vorhandenen Fragen klären.
Viel Spaß mit dem Erfahrungsbericht von Jan Koch:
"Alles, was ich hier schreibe, ist natürlich aus meiner subjektiven Perspektive zu verstehen. Ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit der dargestellten Informationen, aber ich verspreche, dass ich mir Mühe gebe, keine Fehler einzubauen. Im Laufe des Hauptstudiums war ich ja dazu gezwungen, mir einen ganz guten Überblick über die Situation zu verschaffen, also ist Einiges an Informationen zusammengekommen.
Zu mir:
Ich bin Wi-Ing im 8. Semester, bringe gerade meine Studienarbeit hinter mich und bin in BWL weitestgehend "scheinfrei" (das soll nicht heißen, dass ich keine Scheine habe, sondern dass ich keine mehr brauche ;-)). Das Examen habe ich in Fertigungstechnik bereits hinter mir und möchte es im übernächsten Semester in PW und Verfahrenstechnik (meinem technischen Schwerpunktfach) erledigen. Ich bin also einigermaßen im zeitlichen Rahmen - mit einem Auslandspraktikum, das ich hoffentlich im nächsten Semester bekomme, dauert mein Studium insgesamt wohl 11 Semester.
Vom Regen in die Traufe
Als ich vor fast 5 Semestern mein Vordiplom in der Hand hatte, war mein Gedanke erst mal "Puuh!". Endlich fertig mit dem Grundstudium. Laut verschiedenen mir bekannten Studenten sollte das Leben ja jetzt angenehmer werden, so mit in-der-Sonne-liegen und nie-zur-Uni-gehen. Ich weiß nicht, ob es so etwas geben kann, ich jedenfalls sage dazu "Puuhstekuchen!". Ich führte in den letzten vier Semestern zwar ein schönes Leben, aber das beinhaltete eben auch eine 40-Stunden-Woche (plus Wochenendarbeit, wenn es mal gegen Klausurenzeit ging). So wenig werde ich zwar bestimmt nie wieder arbeiten müssen, bis ich ~60 Jahre alt bin, aber für manche Studenten wäre es sicherlich ein Alptraum. Wenn man möchte, geht es auch mit weniger Zeitaufwand pro Woche, dann geht aber die Studiendauer schnell in die Höhe.
Mein Vordiplom war nicht besonders gut, genauer gesagt eher befriedigend. Das nervte mich eine Zeit lang, hat mir aber bisher noch keine Nachteile eingebracht. Im Hauptstudium allerdings ist das etwas anders: mit der richtigen Platzierung von Aufwand kann man einiges herausholen. Wer promovieren möchte, muss schon eine 2 vorweisen können, und ein interessanter Arbeitsplatz findet sich damit auch besser (beweisen kann ich das allerdings nicht). Also macht es Sinn, sich Fächer herauszusuchen, die interessant genug sind, um darin gut zu werden.
Die Gliederung des Hauptstudiums
Das Hauptstudium unterteilt sich prinzipiell in drei Teile:
- studienbegleitende Prüfungen
- Examen (in BWL studienbegleitend, in techn. Fächern über Prüfungen)
- Diplomarbeit
Ich habe mich hier an der DPO (Diplomprüfungsordnung) orientiert, auch möglich wäre eine Aufteilung nach dem Ablauf. Bei einer solchen Aufteilung könnte man die Bedeutung für die Diplomnote jedoch nur schwer herausstellen, und darum geht es mir im Wesentlichen.
Studienbegleitende Prüfungen
Die studienbegleitenden Prüfungen sind die Klausuren im Mess- und Regelungstechnik, Grundlagen Verfahrenstechnik und Arbeitswissenschaft und die Studienarbeit. Sie zählen insgesamt 25% - zwischen den Einzelnoten wird gemittelt, so dass jedes Fach effektiv mit 6,25% in die Diplomnote eingeht (ja, die verhältnismäßig "leichte" AW-Klausur zählt genauso viel wie die Studienarbeit).
Zu den Klausuren verliere ich nicht viele Worte. Mess- und Regelungstechnik sollte man jedoch nicht unterschätzen. Grundlagen Verfahrenstechnik ist zweigeteilt, und beide Teile haben es in sich. Hier kann man locker 4 Wochen mit Lernen verbringen. Der Teil "thermische VT" wird von Prof. Dr. Fieg gelesen, der Teil "mechanische VT" von Prof. Dr. Geweke. In AW gibt es keine besonders schwere Klausur, nur die Noten fallen oft schlechter aus als erwartet. Es geht das Gerücht um, man könnte eine gute Note leichter mit einer Teilnahme am AW-Labor erreichen. Wobei sich auch hier einige Gegenbeispiele anführen lassen. Jedoch hilft das Labor den Vorlesungsstoff einmal selbst auszuprobieren und besser zu verstehen.
Examen
Das Examen teilt sich in den betriebswirtschaftlichen und den technischen Teil auf. Zwischen den beiden gibt es massive Unterschiede. Der erste ist, dass man in BWL studienbegleitend die Leistungen nach dem Credit-Point-System erbringt und in den technischen Examen weiterhin in nur einer Prüfung pro Fach sein Können/Wissen in dem betreffenden Fach nachweisen muss. In BWL und der technischen Seite gibt es je drei Examensfächer. Das Examen zählt insgesamt 50%, jedes Fach für sich also 8,33%
Examen in BWL
In BWL muss man drei Fachgebiete abdecken: allgemeine BWL, spezielle BWL und ein Wahlfach (Wirtschaftsrecht, VWL, Statistik oder Ökonometrie). In allgemeiner BWL (A-BWL) kann die Auswahl aus vielen verschiedenen Fächern getroffen werden; die Liste dieser Fächer gibt es jedes Semester an der Uni oder jetzt auch online über STiNE aus. Die Seite mit WiIng-Veranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis des FB (Fachbereich) 03 (Wirtschaftswissenschaften) ist im Hauptstudium nicht mehr relevant (die ist nur für das Grundstudium), wir können alle aufgeführten Vorlesungen besuchen. Gängig sind Fächer wie Organisationstheorie, Produktionsplanung, Finanzierung. Daran muss man sich aber nicht halten, gerade die weniger besuchten Veranstaltungen sind oft gut, weil der Professor dort mehr Zeit für die Studenten hat.
Informationen zu einzelnen Vorlesungen gibt es unter "Fachinfo", wenn noch nichts drinsteht, einfach im Forum fragen, Antwort kommt meist schnell. Je nach Umfang der Veranstaltung (Vorlesung, Vorlesung+Übung oder Seminar) gibt es bei bestandener Prüfung zwei, drei oder vier Credit-Points. Insgesamt müssen hier 4 Stoffgebiete besucht und 14 CPs gesammelt werden.
Das zweite Gebiet ist die spezielle BWL (S-BWL). Zur Auswahl stehen die wiederum im Vorlesungsverzeichnis der Uni aufgelisteten Bereiche, z.B. Wirtschaftsinformatik, IBL, Personalwirtschaft, Marketing, ... IBL wird oft genommen, was aber nicht schlau sein muss. Auch hier zählt die Credit-Point Regelung. Zum Abschluss von S-BWL benötigt man mindestes 10 CPs.
Das Wahlfach ist ähnlich wie die spezielle BWL, nur dass hier der Wahlrahmen eingeschränkter ist. Für den Einzelnen stehen sie alle zur Wahl, persönlich habe ich mit Recht der Wirtschaft sehr gute Erfahrungen gemacht. In dem jeweiligen Fach müssen ebenfalls 10 CPs gesammelt werden.
In A-BWL, S-BWL oder dem Wahlfach muss mindestens ein Seminar belegt werden.
Examen in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern
Hier wird es haarig. Die Prüfungen in den Ingenieurwissenschaften können nur als schwierig bezeichnet werden. Vier Wochen Lernaufwand sind nur genug, wenn sie konzentriert und effizient verbracht werden; besser 6-8 Wochen pro Fach (!) einplanen.
Grundsätzlich kann das Examen in zwei Blöcken absolviert werden. Dabei enthält logischerweise ein Block zwei Prüfungen und der andere nur eine. Typischerweise wird der erste Block mit zwei Prüfungen belegt, damit im zweiten notfalls eine nachgeholt werden kann. Ich habe das anders gemacht, aber ich werde schon noch sehen, was ich davon habe.
Für den ersten Examensblock muss man das Vordiplom haben, für den zweiten die beiden (auch schon bescheinigten) Praktika, die studienbegleitenden Prüfungsleistungen, Labore in FT und dem ingenieurswissenschaftlichen Wahlpflichtfach, das Softwarepraktikum und ein Seminar im betriebswirtschaftlichen Teil. FT (Fertigunstechnik) und PW (Produktionswirtschaft) werde ich nicht weiter erklären, aber auf das Wahlfach möchte ich noch kurz eingehen:
Das ingenieurwissenschaftliche Wahlfach kann entweder Produktionstechnik, Automatisierungstechnik, Verfahrenstechnik oder technische Logistik sein. Es ist eine Chance, aus dem ewigen "verschulten" Trott an der HAW auszubrechen und mal was Eigenes zu machen. Ob man diese wahrnehmen oder doch lieber Produktionstechnik wählen möchte, steht jedem frei (Anmerkung: dies ist eine überspitzte Darstellung. Sicherlich kann man sich auch sonst individuell entwickeln, spätestens in Studien- und Diplomarbeit muss man das sowieso, aber die TU ist einfach netter und man verliert ein bisschen das Gefühl, den anderen Schafen hinterherzulaufen. Es gibt nämlich keinen Schäfer, müsst ihr wissen ;-)). Ihr merkt: Produktionstechnik, auch wenn ich sie vermieden habe, ist der große Renner.
Diplomarbeit
Die habe ich (leider) noch nicht geschrieben, daher sind hier meine Erfahrungen stark eingegrenzt. ;-)
Um die Diplomarbeit schreiben zu können muss lediglich die Studienarbeit vorliegen, jedoch empfiehlt es sich aus verschiedenen Gründen diese Arbeit als Abschluss des Studiums anzufertigen.
Zum einen kann man die Diplomarbeit in einem Unternehmen anfertigen und dort auch im Nachhinein übernommen werden und zum anderen sollte man am Ende des Studiums das nötige theoretische Hintergrundwissen besitzen.
Die Diplomarbeit muss einem wirtschaftswissenschaftlichen Gebiet entnommen werden, wenn man in der Studienarbeit ein ingenieurwissenschaftliches Thema bearbeitet hat, oder einem ingenieurwissenschaftlichen Gebiet, wenn man in der Studienarbeit ein wirtschaftswissenschaftliches Thema bearbeitet hat. Fertigt man eine Arbeit in einem Integrationsgebiet an, entscheidet der Prüfer nach dem Schwerpunkt der Arbeit über die entsprechende Zuordnung. Diplomarbeit und Studienarbeit können nicht in demselben Integrationsgebiet durchgeführt werden."
Der Erfahrungsbericht stammt ursprünglich aus dem Jahr 2002, wir haben die geänderten Richtlinien eingefügt. Sollte uns jedoch ein Fehler unterlaufen sein bitte schick uns eine kurze Mail. Danke.
