Senatssitzung an der TU am Mittwoch, den 20.12. um 14.00 Uhr

Wieder ist es so weit:
Unser Kampf geht in die nächste, sehr wahrscheinlich sogar in die letzte Runde, was Öffentlichkeitsarbeit angeht. Eine Runde, bei der es um alles geht!

Am Mittwoch, den 20.12.2006 um 14.00 Uhr findet die nächste TU-Senatssitzung statt. Mit unserem leidenschaftlichen Auftritt vor und während der letzten TU-Senatssitzung haben wir es geschafft, dass das Präsidium mit seiner Meinung inzwischen isoliert ist. Nächsten Mittwoch wird daher erneut der HWI das Thema sein – und es ist für uns die alles entscheidende, letzte extrem wichtige Sitzung!  

Der Tenor ist eindeutig:
Schon mit unserem letzten Aufmarsch ist es uns gelungen, die Sympathie der TU-Professoren auf unsere Seite zu ziehen. Sie zeigten sich extrem beeindruckt, wir haben unseren guten Ruf an der TU mehr als bestätigt. Die Dekane der zentralen Fachbereiche Maschinenbau und Verfahrenstechnik haben sich inzwischen sogar eindeutig auf unserer Seite positioniert, setzen sich vehement für den HWI ein – und werden dies auch gegenüber Herrn Prof. Kreuzer vertreten!

Noch einmal“ heißt die Devise:
Sogar die Stimmung im TU-Senat kippt also momentan, und wir haben allerbeste Chancen. Denn für die TU-Profs ist entscheidend, dass wir der größte Studiengang der TUHH sind, den sie verlieren sollen. Genau das müssen wir unbedingt noch einmal nachhaltig demonstrieren! Bitte kommt deshalb noch einmal alle zum weihnachtlichen Stelldichein an der TU zur nächsten Senatssitzung!!! Wir wissen, dass das Aufwand bedeutet und wir Euch nicht zum ersten Mal darum bitten, aber die Mühe wird sich lohnen, danach sieht es nun stark aus. Wir sind auf der Zielgeraden beim Kampf um unseren HWI!

Leider ist es auch diesmal nicht nach Herrn Prof. Kreuzers Gusto, dass alle Studenten im Audimax dabei sein können. Warum wohl? Belohnen wir ihn dafür mit einer schlagkräftigen letzten Runde im Kreuzer-Versenken-Spiel!

Sonderausgabe der Zartbitter:
Vorher wird aus gegebenem Anlass eine Sonderausgabe der Zartbitter am 19.12.2006 erscheinen – u.a. mit Interviews mit Herrn Senator Dräger und dem designierten SPD-Bürgermeisterkandidaten Herrn Dr. Petersen. Herr Dräger selbst sagt darin im Übrigen aus, dass er sich nie um die HWI-Neugestaltung gerissen habe.

Auch an anderen Baustellen wird gearbeitet. Das Gespräch mit Herrn Beuss:
Am 11.12. hatten Julika und Sören ein Gespräch mit dem Leiter und weiteren vier Mitgliedern der Wissenschaftsbehörde sowie einer Vertreterin der CDU-Fraktion. Es ist offensichtlich: Der Thematik wird inzwischen höchste Bedeutung beigemessen.
Die vier Hauptgegenargumente konnten wir in Ruhe und bei offener Aufmerksamkeit aller Anwesenden entkräften. "Ja, das sehe ich ein." oder: "Ja, das ist natürlich ein Argument." waren die Antworten. Reduziert wurde der Gegenwind dann darauf, dass die Hochschulen sich nicht haben einigen können und dies letztlich eine hochschulinterne Angelegenheit sei. Sehr gut für uns: Die TU kann der Behörde nicht mehr den Schwarzen Peter zuschieben, wir können berechtigterweise sagen: "Ihr habt es in der Hand." Der Artikel im Abendblatt hat für sehr große Aufregung gesorgt. Wir wurden sogar explizit gebeten, die Presse doch möglichst raus zu halten. Das würde nur den konstruktiven Dialog (aha!) behindern. Wir befänden uns "gerade jetzt in einer sehr interessanten Phase" – na also! Schließlich hat Herr Beuss vorgeschlagen, alle drei Hochschulpräsidenten zu einem Gespräch zu laden. Dieses wird im Januar stattfinden.

Gespräch mit dem TU-Präsidium:
Gestern fand ein Gespräch mit Herrn Professor Kreuzer statt. Es hat sich bestätigt: Der TU-Präsident ist unsicher. Aber seine Hausmacht, die sowieso schon angeschlagen war, bröckelt im Moment extrem. Nutzen wir also diese einmalige, große und gleichzeitig letzte Chance, auch TU-intern für einen endgültigen Stimmungsumschwung zu sorgen. Am Rande ergab sich übrigens ein interessantes Detail: Der Erhalt des HWI würde die TU nur 0,8 Mio. €/a zusätzlich kosten!

Das Blatt hat sich gewendet!
Noch im Oktober hätte es niemand für möglich gehalten, dass von unserer Seite ein solch phänomenaler Widerstand auf die Beine gestellt wird! Erst recht hätte uns niemand den Hauch einer Chance auf Erfolg prophezeit. Wir alle sind dem Ziel inzwischen aber nahe!  Es ist klar zu erkennen, dass wir Behörden, Universitäten, Politik und Presse wachgerüttelt haben und in deren Köpfen präsent sind. Wir haben jetzt die Nase vorn. Die Gelegenheit, die wir uns hart erarbeiten mussten, ist einmalig, um einen endgültigen Umschwung in den Köpfen der Entscheidungsträger zu erwirken! Dazu müssen wir aber alle weiter an einem Strang ziehen! Wir bitten Euch daher noch einmal inständig, am 20.12. an der TUHH dabeizusein.

Hintergrundinfo: Warum kämpfen wir für den HWI?
• Der Studiengang vereint das „Beste aus drei Welten“ – in Punkto Vielfalt und Wahlmöglichkeiten ist der HWI als Wirtschaftsingenieurstudiengang nicht zu überbieten! Es werden die Kernkompetenzen der drei Hochschulen genutzt und Interdisziplinarität nicht nur gelehrt und gelernt, sondern gelebt!

• Ein Absolvent kann sich am Ende seines Studiums als „Kenner der drei Welten“ bezeichnen. Er ist in idealer Weise mit Schnittstellenkompetenz – dem Ziel eines Wirtschaftsingenieurstudiums – ausgestattet. Er spricht fließend „drei Sprachen“, nämlich die der Wirtschafts- wie auch die der forschenden und der angewandten Ingenieurwissenschaften.

• Das Konzept ist deutschlandweit einmalig. Studierende entscheiden sich für den Hamburger Wirtschaftsingenieur wegen der „Einzigartigkeit der drei Welten“ – ein  Alleinstellungsmerkmal, das in späteren Bewerbungsgesprächen einen großen Vorteil darstellt!

• Wir haben inzwischen einen hervorragender Ruf, der sich gerade zu festigen beginnt – Unternehmen wie die Deutsche Bahn, The Boston Consulting Group, McKinsey oder Lufthansa Technik bieten exklusive Recruitingveranstaltungen für HWI-Studierende an. Der HWI ist außerdem der einzige Hamburger Universitätsstudiengang, der es unter die Top 10 (Platz 5) im „karriere“-Ranking 2006 geschafft hat.

• Der HWI begeistert! Die Studenten identifizieren sich mit diesem Studiengang. Dies schlägt sich in der unübertroffenen Vielfalt an Projektgruppen, dem außerordentlichen Zusammenhalt unter Studierenden und Alumni und dem Engagement an der kontinuierlichen Verbesserung des HWI mitzuwirken nieder.

• Der Bestandsschutz, der den Studierenden garantiert werden soll, besteht zwar auf dem Papier und beinhaltet die Möglichkeit zu Ende zu studieren. Aber wie? Wer wird noch auch nur das kleinste Engagement z.B. in Wahlmöglichkeiten oder Betreuung eines Studienganges investieren, der abgeschafft wird? Wer möchte in Untergangsstimmung zu Ende studieren?

Warum wollen wir keine Ersatzstudiengänge?
Das Renommee eines Studienganges muss sich immer erst über lange Jahre aufbauen. Gerade jetzt könnten wir im HWI die Früchte dessen ernten, was mit hohem Einsatz von vielen erarbeitet wurde. Nun droht ein Verlust an Renommee, eine Degratation unseres Abschlusses, und zwar ohne jede Not!

Die Bewerberqualität und -quantität wird unter der Umstrukturierung leiden: Der HWI zieht in seiner jetzigen Struktur die besten Schüler aus ganz Deutschland an. Zuletzt 900 Bewerber im Jahr auf nur 250 Studienplätze sprechen hier eine deutliche Sprache. Zukünftig wird es sicher auch Studierende geben, die einen Ingenieur-Bachelor und dann einen BWL-Master machen wollen. Diese werden sich dann allerdings wohl eher in Richtung der bereits etablierten Adressen Karlsruhe oder Aachen orientieren, da das alleinige Modell eines BWL-Aufbaustudiengangs keine vergleichbaren Differenzierungsmerkmale wie der Hamburger HWI mehr besitzt. Das Gros der Bewerber für den neuen Master-Studiengang an der TUHH wird dann vermutlich aus Abbrechern eines Ingenieur-Master-Studiums oder aus unentschlossenen Studierenden bestehen, was ein deutlich sinkendes Niveau der Bewerber zur Folge hätte.

Der dramatische Abbau an Studienplätzen an der TUHH führt zwangsweise auch zu einem Rückgang der Absolventenzahlen, was wiederum zu einem möglichen Rückgang der Doktorandenzahlen führt. Der HWI stellt dagegen mit über 15 Promovierenden derzeit eine der größten Gruppen der Doktoranden an der TUHH. Ob Ähnliches von den Absolventen des geplanten BWL-Aufbaustudiengangs erwartet werden kann, erscheint zweifelhaft. Für technische Dissertationen dürften wohl nur wenige qualifiziert sein, da sie zwar einen wirtschaftswissenschaftlichen Master, aber im Regelfall einen lediglich basiswissenschaftlichen Ingenieur-Bachelor besitzen. Selbst hinsichtlich wirtschaftswissenschaftlicher Dissertationen sei hier die berechtigte Frage in den Raum gestellt, inwieweit vier Semester BWL in einem konsekutiven Studium mit neun Semestern in einem integrierten Studium konkurrieren können.

Finanziell dürfte das Ganze für die TU im Idealfall ein Nullsummenspiel werden, da zwar bis 2010 fünf neue wirtschaftswissenschaftliche Professuren für 1,1 Mio. Euro geschaffen werden sollen,  gleichzeitig aber Gelder für die Beteiligung am HWI wegfallen. Der HWI stellt mit derzeit 670 Studenten (im Hauptstudium) den größten Studiengang der TUHH dar. Dem gegenüber stehen künftig 100 Studierende im BWL-Master. Es besteht daher durchaus die Möglichkeit, in naher Zukunft eine Finanzierungslücke aus anderen Mitteln im Haushalt der TUHH schließen zu müssen.

Es stellt sich außerdem die Frage, ob ein so kleiner Fachbereich tatsächlich profilbildend wirken bzw. in Rankings überhaupt Beachtung finden kann und wird. Vielmehr dürfte der Verlust eines „echten“, eng mit der TU-Geschichte verknüpften und renommierten Hamburger Wirtschaftsingenieurstudiengangs das Profil der TU in Zeiten zunehmenden Wettbewerbs deutlich schwächen.

Die derzeit diskutierten Modelle widersprechen der Empfehlung der Dohnanyi-Kommission, den organisatorischen Status quo des HWI beizubehalten, sowie dem Fazit einer TU9-Arbeitsgruppe. Diese stellte zum Abschluss ihres Workshops Wirtschaftsingenieurwesen fest: „Modell Bachelor-Ing. und BWL-Aufbaustudium möglich, aber dem integrierten Studium unterlegen.“

Um all diesen Argumenten am Mittwoch Gewicht zu verleihen, ist es wirklich entscheidend, dass wir dort noch einmal mit der vollen Mannschaft auftreten!